Eine Freundin hat mir letzten Sommer beim Grillabend erzählt, dass sie für einen ganz normalen Grillabend zu viert 52 Euro im Edeka stehen gelassen hatte. Zwei Nackensteaks pro Person, fertige Bratwürstchen, ein Becher Kartoffelsalat aus dem Kühlregal, Baguette aus der Tüte, eine Flasche Grillsauce. Und sie hatte das Gefühl, sparsam eingekauft zu haben. Ich habe ihr meinen Plan gezeigt: rund 19 Euro für vier Personen bei aktuellen Discounter-Preisen, ohne dass jemand verzichtet. Sie hat ihn am nächsten Wochenende ausprobiert und mir geschrieben, dass die Kinder mehr gegessen haben als beim teuren Mal.
Hier kommt der Einkaufszettel klar aufgeschlüsselt, mit Aldi- und Lidl-Preisen Stand Juni 2026, gerechnet für eine Familie mit zwei Kindern.
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Der komplette Einkaufszettel: rund 19 Euro

- 500 g Hähnchenbrust Eigenmarke: rund 5 Euro
- 4 Bratwürstchen aus der 8er-Packung (halbe Packung): rund 2,50 Euro
- 1 kg Kartoffeln (oder anteilig aus dem 5-kg-Sack): 1,30 Euro
- 2 Zucchini: rund 2,50 Euro
- 1 Aubergine: rund 1,20 Euro
- 2 Paprika: rund 2,50 Euro
- 1 Bund Frühlingszwiebeln: rund 1 Euro
- 200 g Hirtenkäse Eigenmarke: rund 2 Euro
- Brot oder Baguette zum Aufbacken: 1 Euro
- Olivenöl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver: aus der Küche
Summe: rund 19 Euro bei aktuellen Discounter-Preisen Juni 2026. Macht für vier Personen knapp 4,80 Euro pro Kopf. Auf dem Tisch steht: Hähnchenspieße, Bratwurst, gegrilltes Mediterran-Gemüse, selbstgemachter Kartoffelsalat, Schafskäse mit Honig, Brot.
Der größte Hebel: Beilagen statt Fleisch-Berge
Fleisch ist auf dem Grill der teuerste Posten. Wer 600 Gramm Steak für vier kauft, zahlt im Discounter schnell 12 Euro nur dafür. Mit 500 Gramm Hähnchenbrust und vier Bratwürsten haben wir eine vergleichbare Menge Eiweiß auf dem Tisch und sparen über die Hälfte. Niemand merkt, dass weniger Fleisch da ist, weil das Gemüse den Teller voll macht.
Den Rest machen die Beilagen. Zucchini, Aubergine und Paprika in einen halben Zentimeter dicke Scheiben geschnitten, mit Olivenöl, Salz und Pfeffer eingerieben, kommen direkt aufs Rost. Das schmeckt erwachsen, sieht gut aus auf dem Teller und macht satt. Ein Trick aus dem Italien-Urlaub: Der Schafskäse wird in Alufolie auf den Grill gelegt, mit etwas Honig drüber, und ist nach fünf Minuten warm und cremig. Klassischer Spar-Wow-Effekt für 1,50 Euro.
Spar-Tipp: Kartoffelsalat selbst gemacht spart 4 Euro pro Grillabend

Ein Becher Kartoffelsalat aus dem Kühlregal kostet bei Aldi rund 2,30 Euro und reicht für zwei Erwachsene. Für vier Personen also zwei Becher, macht 4,60 Euro. Ein Kilo Kartoffeln kostet 1 Euro und ergibt einen vollen Salat für vier. Rezept ohne Aufwand: Kartoffeln in der Schale kochen, schälen, in Würfel schneiden, Brühe drüber, Essig, Öl, Frühlingszwiebeln, Salz, Pfeffer. Eine halbe Stunde ziehen lassen. Schmeckt am nächsten Tag noch besser, lässt sich also am Vortag vorbereiten.
Grillkohle: was wirklich zählt
Die Discounter-Eigenmarken-Holzkohle tut ihren Job. Stiftung Warentest hat in ihrem Grillkohle-Test (Heft 4/2024) gezeigt, dass auch günstige Eigenmarken (z. B. von Edeka, Lidl) regelmäßig mit „gut“ abschneiden. Wer auf Nachhaltigkeit achtet, schaut zusätzlich auf das FSC-Zeichen, das es bei manchen Eigenmarken gibt. [AFFILIATE: Günstige Grillbriketts] gibt es ab 3 bis 4 Euro pro Sack, die reichen für mehrere Grillabende.
Was nicht in den Einkaufswagen muss
- Fertige Marinaden: kosten 2 Euro pro Flasche, sind in fünf Minuten selbst gemacht (Olivenöl, Knoblauch, Paprikapulver, Salz, Saft einer halben Zitrone)
- Grillsaucen aus der Flasche: drei Stück fürs Buffet = 6 Euro. Ein Glas Tomaten passiert plus Sahne plus Gewürze ersetzt sie
- Fertige Spieße aus der Kühltheke: rund 1 Euro Aufpreis pro Spieß, du kannst sie in fünf Minuten selbst aufstecken, die Kinder helfen mit
- Grillanzünder im Riesenpaket: ein paar 👉 [AFFILIATE: Holzwolle-Anzünder mit Wachs] reichen für die ganze Saison (1 kg unter 15 Euro), fünf Würfel pro Grillabend
Ausstattung, die sich nach zwei Saisons amortisiert

Eine [AFFILIATE: Grillzange aus Edelstahl] hält ein Leben lang und kostet einmalig rund 12 Euro. Die Plastik-Variante schmilzt im dritten Sommer und muss ersetzt werden. Zum Marinieren reicht eine Schüssel mit Teller drauf, die du eh hast. Wer es geruchsdicht und spülmaschinenfest mag, nimmt eine [AFFILIATE: Vorratsdose aus Glas mit Deckel], die in der Küche ohnehin nützlich ist. Beide Anschaffungen sind nach zwei Saisons abbezahlt, wenn man die jährlichen Plastik-Zangen-Nachkäufe gegenrechnet.
Spar-Tipp: Marinade selbst gemacht in 90 Sekunden
Für Hähnchenspieße brauchst du keine fertige Marinade. Vier Esslöffel Olivenöl, eine zerdrückte Knoblauchzehe, ein Esslöffel Paprikapulver, Salz, Pfeffer, Saft einer halben Zitrone. Alles in einer Schüssel verrühren, Hähnchenwürfel reinwerfen, einmal umrühren, eine halbe Stunde ziehen lassen. Das war’s. Kostet vielleicht 30 Cent, die Flasche im Supermarkt kostet 2 Euro. Auf eine Grillsaison gerechnet sind das schnell 20 Euro Differenz.
Wie viel du auf eine Grillsaison sparst

Vier Personen, ein Grillabend pro Woche, zehn Wochen Grillsaison. Mit unserem Plan: 134 Euro für die ganze Saison. Mit dem teureren Edeka-Standard meiner Freundin: 520 Euro. Differenz: rund 386 Euro, ohne dass die Kinder oder die Erwachsenen weniger gegessen oder weniger Spaß gehabt hätten. Das Geld bleibt einfach auf dem Konto liegen, und der Sommer hat trotzdem nach Sommer geschmeckt.
Was du diese Woche konkret tun kannst
Druck den Einkaufszettel aus diesem Artikel aus oder schreib ihn auf einen Notizzettel. Geh am Freitag oder Samstag in einen Discounter und kauf genau die zehn Posten ein. Wenn etwas im Angebot ist (Hähnchen ist oft auf 4 Euro reduziert), nimm das, sonst die Standard-Variante. Am Samstagabend hast du einen vollen Tisch für unter 15 Euro und das Gefühl, sparsam gewesen zu sein, ohne knausrig gewirkt zu haben.
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