Ich habe jahrelang den Fehler gemacht, jede Woche einen Topf Basilikum für 2 Euro im Supermarkt zu kaufen. Nach zehn Tagen war er trotz Gießen schlapp, nach zwei Wochen im Müll. Irgendwann habe ich nachgerechnet: Über den Sommer waren das schnell 50 Euro nur für Kräuter, die ohnehin eingingen. Heute steht auf unserer Fensterbank und dem kleinen Balkon ein Kräutergarten, der einmalig unter 10 Euro gekostet hat und den ganzen Sommer Nachschub liefert. Die Kleine aus dem Kindergarten gießt, der Große aus der Grundschule erntet für die Pizza.

Diese Supermarkt-Töpfe sind auf schnellen Verkauf gezüchtet, nicht auf langes Leben, da sind viel zu viele Pflanzen in zu wenig Erde gequetscht. Wer im Sommer regelmäßig frische Kräuter kauft, gibt schnell 40 bis 60 Euro pro Saison aus. Hier kommt die ehrliche Anleitung für Anfänger.
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Die pflegeleichtesten Kräuter für Anfänger

- Thymian: der robusteste überhaupt. Übersteht Hitze, Trockenheit und Vergessenwerden. Die erste Wahl für absolute Anfänger.
- Schnittlauch: wächst fast von selbst, kommt jedes Jahr wieder, kindersicher zum Ernten.
- Petersilie: wächst auch im Halbschatten, ideal für Balkone, die nicht den ganzen Tag Sonne haben.
- Minze: wuchert eher zu stark als zu wenig, am besten in einem eigenen Topf, sonst verdrängt sie alles.
- Rosmarin und Oregano: trockenheitsresistent, lieben Sonne, müssen selten gegossen werden.
- Basilikum: statt den schnell welkenden Supermarkt-Topf zu kaufen, einen Stängel ins Wasserglas stellen. Nach gut zwei Wochen bildet er Wurzeln und wächst im Topf zuverlässig weiter.
Spar-Tipp: den Supermarkt-Basilikum retten und teilen

Wenn du doch mal einen 2-Euro-Topf kaufst: Nimm ihn zu Hause aus dem Plastiktopf, teile den dichten Wurzelballen vorsichtig in drei bis vier Teile und pflanze diese einzeln in größere Töpfe mit frischer Erde. So überlebt der Basilikum statt zehn Tagen oft Monate, weil jede Pflanze endlich Platz hat. Aus einem einzigen 2-Euro-Topf werden so vier Pflanzen, die den halben Sommer halten. Das ist der einfachste Einstieg, wenn dir Aussaat aus Samen zu viel ist.
Der Erde-Spartrick

Spezielle Kräutererde aus dem Fachmarkt kostet rund 6 Euro pro Sack und ist nicht nötig. Normale Gartenerde, gemischt mit etwas Sand, eignet sich genauso gut und ist deutlich günstiger oder sogar kostenlos, wenn du den Sand vom Spielplatz-Rest oder von Bekannten bekommst. Allein dieser Trick spart pro Saison rund 5 Euro und ist für die Kräuter sogar besser, weil zu nährstoffreiche Spezialerde manche Kräuter schwächer im Geschmack macht.
Die 10-Euro-Rechnung
- Saatgut für 4 Kräuter (Thymian, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum): rund 4 Euro. Wer gleich mehr Sorten will, nimmt das 👉 Bio-Kräutersamen 25er-Set* für rund 12 Euro, dann ist ein ganzes Sortiment an Bord
- Erde plus Sand: rund 3 Euro oder kostenlos über Bekannte
- 👉 Töpfe: 0 Euro, alte Konservendosen, Eimer, Joghurtbecher mit Loch im Boden. Wer es einheitlicher mag, nimmt einen Balkonkasten 60 cm mit Wasserspeicher*, da passen mehrere Kräuter auf einmal rein und sie überstehen ein verlängertes Wochenende ohne Gießen
- Gießkanne: vorhanden oder eine alte Flasche mit Löchern im Deckel
Macht rund 7 Euro für einen kompletten Start. Wer keine Lust auf Anzucht aus Samen hat, nutzt ein Kräuter-Starterset*, das ist etwas teurer, aber für absolute Anfänger eine sichere Sache. Für Kinder lohnt sich eine eigene Kinder-Gießkanne*, dann übernehmen sie das Gießen freiwillig.
Spar-Tipp: Kräuter haltbar machen statt wegwerfen

Im Hochsommer wachsen mehr Kräuter, als eine Familie frisch verbraucht. Statt sie verkommen zu lassen: einfrieren in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl, oder trocknen und in alte Schraubgläser füllen. So hast du im Winter noch deine eigenen Kräuter und sparst den teuren Streuer aus dem Supermarkt für 2 bis 3 Euro pro Stück. Ein Glas selbst getrockneter Oregano ersetzt locker drei gekaufte Streuer übers Jahr.
Der ehrliche Spar-Effekt

Ein Balkon-Kräutergarten macht keine Familie reich, aber er spart über die Saison verlässlich 40 bis 60 Euro an gekauften Kräutertöpfen und Streuern. Dazu kommt: Frisch geerntete Kräuter schmecken besser, die Kinder essen nachweislich lieber Gerichte mit, die sie selbst mit angebaut haben, und ein voller Kräuter-Balkon sieht schön aus. Für unter 10 Euro Startkosten ist das eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im ganzen Spar-Alltag.
Was du diese Woche konkret tun kannst
Stell beim nächsten Kochen einen Basilikum-Stängel ins Wasserglas auf die Fensterbank, das kostet nichts und zeigt dir in zwei Wochen, ob du den grünen Daumen hast (hast du). Parallel kaufst du beim nächsten Einkauf ein Tütchen Schnittlauch- und Petersilie-Samen für zusammen rund 2 Euro und säst sie in einen alten Topf mit Garten-Sand-Mischung. Mehr braucht der Start nicht. In vier Wochen erntest du das erste eigene Grün.
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Stand: Mai 2026.


