Streaming-Abos kündigen: diese 5 brauchst du nicht

chatgpt image 25. mai 2026, 21 03 56

Als ich im Januar einmal alle Abbuchungen für Bewegtbild zusammengezählt habe, stand da eine Zahl, die ich nicht glauben wollte: fast 70 Euro im Monat. Netflix, weil wir eine Serie sehen wollten. Disney+, weil die Kinder eine Sendung wollten. WOW, weil im Frühjahr Fußball lief. Apple TV+, weil mal ein Film kam, den seitdem keiner mehr angeschaut hat. 70 Euro im Monat sind 840 Euro im Jahr, ohne dass irgendwer dafür das Haus verlässt. Heute zahle ich rund 22 Euro im Monat und vermisse nichts.

Streaming-Abos sind im Familienbudget ein versteckter Dauer-Posten, weil sie automatisch abgebucht werden und niemand sie aktiv wahrnimmt. Stand Mai 2026 sind die Preise so weit gestiegen, dass das Aufräumen zur Spar-Pflicht wird. Hier kommt die ehrliche Strategie, ohne dass jemand auf seine Lieblingsserie verzichten muss.

Was Streaming-Abos 2026 wirklich kosten

  • Netflix: mit Werbung 4,99 Euro, Standard 13,99 Euro, Premium 19,99 Euro pro Monat
  • Disney+: mit Werbung 6,99 Euro, Standard 10,99 Euro, Premium 15,99 Euro
  • HBO Max: Basis mit Werbung rund 6 Euro, Standard rund 12 Euro, Premium rund 17 Euro
  • WOW / Sky: Filme & Serien rund 10 Euro pro Monat (bei Jahresbindung knapp 6 Euro), Live-Sport rund 30 Euro pro Monat
  • Amazon Prime Video: im Prime-Paket enthalten, das Jahresabo kostet 89 Euro, also rund 7,40 Euro pro Monat

Wer mehrere Mainstream-Dienste parallel laufen lässt, ist schnell bei rund 70 Euro im Monat, also rund 840 Euro im Jahr. Das ist viel Geld für Inhalte, die niemand parallel ansehen kann.

Strategie 1: rotieren statt parallel laufen lassen

Der größte Spar-Hebel: Du buchst genau einen Dienst, schaust einen Monat alles durch, was dich interessiert, kündigst und buchst den nächsten. Bei Netflix, Disney+ und HBO Max ist das Kündigen jederzeit zum Ende des Abrechnungszeitraums möglich. Wer das konsequent macht, gibt rund 13 bis 14 Euro pro Monat aus statt 70. Auf das Jahr gerechnet sind das rund 660 Euro Ersparnis, ohne Verzicht, einfach nur nacheinander statt gleichzeitig.

Spar-Tipp: sofort nach dem Buchen die Kündigung setzen

Der Trick, der die Rotation wirklich am Laufen hält: Direkt nachdem du einen Dienst gebucht hast, kündigst du ihn zum Ende des Monats. Bei den meisten Diensten läuft das Abo trotzdem den bezahlten Monat zu Ende, verlängert sich aber nicht automatisch. So vergisst du nie die Kündigung, und es bucht sich nichts unbemerkt weiter ab. Trag dir parallel im Handy-Kalender ein, welcher Dienst gerade aktiv ist, dann weißt du immer, wofür du zahlst.

Strategie 2: Familienkonto legal teilen

Bei Apple TV+, YouTube Premium und Spotify Premium ist das Teilen mit der Familie offiziell erlaubt. Die „Familien“-Tarife sind oft nur 2 bis 5 Euro teurer als das Einzelabo, dürfen aber von mehreren Personen genutzt werden. Wer mit Geschwistern, Schwager oder Großeltern teilt, zahlt pro Person nur 2 bis 4 Euro. Das ist die ehrlichste Form des Sharings, ohne Risiko einer Sperrung.

Achtung: Netflix und Disney+ haben das Teilen außerhalb des eigenen Haushalts in den letzten Jahren verschärft und verlangen Aufpreise für zusätzliche Profile. Wer sicher gehen will, schaut vor dem Sharing in die aktuellen Bedingungen.

Diese 5 Abos prüfen Familien zuerst

  • WOW und Sky. Wer den Fußball-Hauptanteil über die frei empfangbaren Sender (ARD, ZDF) sieht, braucht das Abo nicht das ganze Jahr. Pause-Funktion nutzen oder außerhalb der Hauptsaison kündigen.
  • Disney+, wenn die Kinder kein klares Disney-Programm gucken. Wer alle paar Wochen einen Film anschaut, fährt mit Buchen-und-Kündigen günstiger.
  • Doppel-Abos: Netflix und HBO Max parallel. Inhaltlich gibt es viel Überschneidung. Eines reicht, wenn ihr nicht jede Serie zeitgleich sehen müsst.
  • Apple TV+, wenn es seit Monaten ungenutzt läuft. Beobachte einen Monat, ob jemand draufdrückt. Wenn nicht: weg damit.
  • YouTube Premium, wenn ihr fast nichts mehr auf YouTube guckt. Werbung nervt, ja, aber 12 Euro im Monat sind viel, wenn das Format kaum noch Teil eures Alltags ist.

Was bei uns geblieben ist

Bei mir laufen aktuell genau zwei Dienste: Amazon Prime Video (weil ohnehin im Prime-Paket) und ein Mainstream-Dienst, der monatlich rotiert. Im Sommer ist das oft Netflix für eine Familien-Serie, im Herbst Disney+ wegen einer neuen Reihe, im Winter HBO Max wegen einer großen Serie. Macht im Schnitt rund 22 Euro im Monat statt 70. Auf das Jahr gerechnet rund 264 Euro statt 840, eine Ersparnis von rund 580 Euro, ohne dass wir weniger gesehen hätten.

Kostenlose Alternativen, die viele übersehen

  • ARD- und ZDF-Mediathek. Riesiges Angebot, bezahlt über den Rundfunkbeitrag, von Krimis bis Kinderprogramm.
  • Joyn (kostenlose Variante). ProSieben, Sat.1, Kabel Eins in einer App.
  • Bibliotheks-Filme. Viele Stadtbibliotheken haben Tausende Filme im Bestand. DVD ausleihen kostet 1 bis 2 Euro.
  • Filmfriend. Mit dem Bibliotheksausweis kostenloses Streaming, funktioniert in vielen Kommunen.

Spar-Tipp: der kostenlose Bibliotheksausweis

Der Ausweis der Stadtbibliothek kostet für Kinder fast überall nichts und für Erwachsene oft unter 20 Euro im Jahr. Damit gibt es nicht nur Bücher und Hörspiele für die Kinder, sondern in vielen Städten auch kostenloses Film-Streaming über Dienste wie Filmfriend. Ein einziger Bibliotheksausweis ersetzt so für Familien mit jüngeren Kindern oft ein komplettes Streaming-Abo, und nebenbei kommt der Lesestoff gratis dazu.

Was du diese Woche konkret tun kannst

Schau heute auf deinem Kontoauszug nach, welche Streaming-Abos monatlich abgebucht werden, und schreib sie mit Betrag auf einen Zettel. Markiere jedes, das in den letzten vier Wochen niemand aktiv genutzt hat, und kündige es. Behalte einen einzigen Dienst und stell dir die Rotation ein: gebucht, sofort zum Monatsende gekündigt, danach der nächste. Allein dieser eine Nachmittag spart vielen Familien mehrere hundert Euro im Jahr.

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Stand der Streaming-Preise: Mai 2026. Dienste passen Preise mehrmals pro Jahr an, vor Buchung die aktuellen Konditionen prüfen.

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