Nach drei Blechen Plätzchen, einer Lasagne mit Überlauf und dem Weihnachtsbraten sieht mein Backofen jedes Jahr aus, als hätte er selbst eine Party gefeiert. Lange habe ich zum scharfen Backofenspray gegriffen, mit Handschuhen, offenem Fenster und Kopfweh. Inzwischen putze ich ihn mit Dingen, die sowieso in der Küche stehen. Das geht leichter, als man denkt, wenn man die Hausmittel richtig einsetzt und ihnen Zeit gibt.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * markiert). Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Backofen reinigen mit Hausmitteln: die Grundregel
Hausmittel arbeiten langsamer als scharfe Chemie, dafür schonender. Die wichtigste Zutat ist deshalb Zeit: Je länger ein Mittel auf dem eingebrannten Schmutz einwirken kann, desto weniger musst du danach schrubben.
- Ofen ausschalten und abkühlen lassen, bevor du Pasten aufträgst.
- Grob losen Schmutz und Krümel vorher mit einem trockenen Tuch herausholen.
- Keine Stahlwolle und keine kratzigen Schwämme. Sie zerkratzen die Emaille, und dort setzt sich neuer Schmutz noch schneller fest.
- Bei Öfen mit Spezialbeschichtung oder Selbstreinigung zuerst in die Bedienungsanleitung schauen.
Backofen reinigen mit Zitrone
Die Zitrone ist das sanfteste Mittel für leichten bis mittleren Schmutz und riecht dabei wunderbar. Der heiße Zitronendampf weicht Fett und Krusten auf.
- Den Saft von zwei Zitronen mit etwa 150 ml Wasser in eine ofenfeste Form geben. Die ausgepressten Hälften dürfen mit hinein.
- Die Form in den Ofen stellen und bei etwa 120 Grad rund 20 Minuten erhitzen. Bei stärkerem Schmutz darf die Form auch bis zu einer Stunde im Ofen bleiben.
- Ofen ausschalten, etwas abkühlen lassen und die Innenwände mit einem feuchten Tuch auswischen.
Backofen reinigen mit Natron
Für eingebrannte Stellen ist Natron mein Lieblingsmittel. Natron und Wasser im Verhältnis eins zu eins zu einer cremigen Paste verrühren und dick auf die verschmutzten Stellen streichen. Mindestens 30 Minuten einwirken lassen, bei starken Krusten am besten über Nacht. Am nächsten Tag mit einem feuchten Tuch und einem weichen Schaber abnehmen.
Natron im großen Beutel ist viel günstiger als die kleinen Päckchen aus dem Backregal. Du brauchst es nicht nur für den Ofen, sondern auch für Abfluss, Kühlschrank und Wäsche.
Backofen reinigen mit Backpulver
Backpulver enthält Natron und funktioniert ähnlich, nur etwas milder. Ein Päckchen mit wenig Wasser zu einer Paste verrühren, auftragen, einwirken lassen und abwischen. Praktisch, wenn gerade nichts anderes im Haus ist.
Backofen reinigen mit Soda
Soda ist stärker als Natron und hilft bei hartnäckigem Fett. Einen Esslöffel Soda in einem Liter warmem Wasser auflösen, mit einem Schwamm auf die Flächen geben und einwirken lassen. Soda ist eine Lauge, deshalb beim Arbeiten Handschuhe tragen. Auf Aluminium solltest du es nicht verwenden.
Reine Soda gibt es im Drogeriemarkt oder online. Ein Paket reicht für viele Putzrunden, vom Ofen bis zur fettigen Dunstabzugshaube.
Backofen mit Spülmaschinentab reinigen
Spülmaschinentabs sind gemacht, um Fett und Eingetrocknetes zu lösen, und das tun sie auch im Ofen. Ein bis zwei Tabs in eine ofenfeste Form mit etwa 200 ml heißem Wasser legen und die Form in den warmen Ofen stellen. Der Dampf legt sich auf die Innenwände und weicht den Schmutz auf. Danach abkühlen lassen und gründlich feucht nachwischen, damit keine Reste zurückbleiben.
Für besonders hartnäckige Stellen kannst du zwei bis drei Tabs zu Pulver zerdrücken und mit warmem Wasser eine Paste anrühren.
Backofenscheibe reinigen
Die Glasscheibe ist das, was jeder sieht. Angebrannte Spritzer zuerst mit heißem Wasser oder Natronpaste einweichen und dann mit einem Ceranfeldschaber vorsichtig abschieben. Der Schaber gleitet flach über das Glas und kratzt nicht, wenn du ihn schräg hältst. Zum Schluss mit klarem Wasser nachwischen und trocken reiben, dann bleibt die Scheibe streifenfrei.
Ein Ceranfeldschaber kostet wenig und erledigt Backofenscheibe, Ceranfeld und Backblech. Er ist das Werkzeug, das ich beim Putzen am meisten vermisse, wenn es fehlt.
Backblech und Backofenrost reinigen
Bleche und Roste reinigst du am leichtesten außerhalb des Ofens. Ein Blech mit heißem Wasser und einem Spülmaschinentab oder etwas Backpulver füllen und einige Stunden stehen lassen. Für den Rost eignet sich die Badewanne: Handtuch auf den Boden legen, damit die Wanne nicht verkratzt, Rost hinein, heißes Wasser und ein bis zwei Spülmaschinentabs dazu, über Nacht einweichen lassen und am Morgen abbürsten.
Was du lieber nicht machst
- Natron und Essig gleichzeitig verwenden. Das schäumt zwar eindrucksvoll, die beiden heben sich aber gegenseitig auf.
- Pasten auf die Heizstäbe oder in den Lüfter streichen.
- Den Ofen anschalten, solange noch Paste oder Reiniger an den Wänden klebt.
- Den Ofen erst putzen, wenn alles schwarz eingebrannt ist. Kurz nach dem Backen geht es am leichtesten.
Spar-Tipp: Einmal wischen nach dem Backen
Der beste Backofenreiniger ist ein feuchtes Tuch, solange der Ofen noch handwarm ist. Frische Spritzer gehen dann mit einem Wisch weg. Wer das nach jedem Braten macht, braucht die große Putzaktion nur noch zweimal im Jahr und spart sich teure Spezialreiniger komplett.
Häufige Fragen
Welches Hausmittel ist am besten für einen stark verschmutzten Backofen?
Bei dicken Krusten eine Natron- oder Soda-Paste, die über Nacht einwirken darf. Vorher kann ein Durchgang mit Zitronendampf den Schmutz schon anlösen.
Wie oft sollte ich den Backofen reinigen?
Kurz feucht auswischen nach jedem fettigen Gericht, gründlich putzen zwei- bis viermal im Jahr, je nachdem wie oft du backst. Vor der Plätzchensaison lohnt sich eine Runde besonders.
Kann ich Hausmittel bei einem Ofen mit Pyrolyse verwenden?
Ein Ofen mit Pyrolyse reinigt sich bei sehr hoher Temperatur selbst. Ob und welche Hausmittel zusätzlich erlaubt sind, steht in der Bedienungsanleitung.
Das könnte dir auch gefallen
Stand: Oktober 2026.

