Im ersten Winter in unserer Wohnung haben wir geheizt, wie wir es von zu Hause kannten: Thermostat auf 5, damit es schneller warm wird, das Kippfenster im Bad immer offen, das Sofa schön vor den Heizkörper geschoben. Die Nachzahlung im Frühjahr war eine Lektion. Seitdem haben wir nach und nach umgestellt, und das Beste daran: Kalt ist es bei uns trotzdem nicht. Hier sind die 15 Dinge, die am meisten gebracht haben, ohne dass jemand im Pulli auf dem Sofa zittern muss.
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Die richtige Temperatur: 5 Tipps, die sofort wirken
1. 20 Grad im Wohnzimmer reichen. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume höchstens 20 Grad, solange es sich angenehm anfühlt. Viele heizen aus Gewohnheit auf 22 oder 23 Grad, ohne es zu merken. Ein einfaches Raumthermometer zeigt dir, wo du wirklich stehst.
2. Jedes Grad weniger zählt. Ein Grad weniger Raumtemperatur spart laut Umweltbundesamt rund sechs Prozent Heizenergie. Das klingt wenig, summiert sich aber über den ganzen Winter.
3. Nicht jeder Raum braucht dieselbe Wärme. In der Küche reichen etwa 18 Grad, weil Herd und Backofen mitheizen, im Schlafzimmer etwa 17 Grad. Viele schlafen bei kühlerer Luft sogar besser.
4. Das Thermostat richtig lesen. Die Zahlen am Thermostatkopf stehen nicht für Tempo, sondern für eine Zieltemperatur. Stufe 3 entspricht ungefähr 20 Grad. Wer auf 5 dreht, heizt nicht schneller, sondern nur länger, bis der Raum überhitzt ist.
5. Nachts absenken, aber nicht zu weit. Nachts oder wenn tagsüber niemand zu Hause ist, kann die Temperatur etwas runter. Unter 16 Grad sollte sie aber nicht fallen, sonst steigt das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel, und das Aufheizen am Morgen frisst die Ersparnis wieder auf.
Bequemer geht es mit programmierbaren Thermostaten: Sie senken die Temperatur automatisch nachts und wenn niemand zu Hause ist, und heizen rechtzeitig vor dem Aufstehen wieder hoch. Laut Umweltbundesamt lassen sich so rund zehn Prozent Energie sparen.
Richtig lüften: 2 Tipps gegen Wärmeverlust und Schimmel
6. Stoßlüften statt Kippfenster. Mehrmals am Tag die Fenster für etwa fünf Minuten ganz öffnen tauscht die Luft schnell aus, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster dagegen lässt stundenlang Wärme raus und kühlt die Wand drumherum aus, genau dort bildet sich dann gern Schimmel.
7. Beim Lüften die Heizung zudrehen. Sonst heizt der Heizkörper direkt nach draußen. Nach dem Lüften wieder auf die gewohnte Stufe stellen. Ein kleines Hygrometer zeigt dir außerdem, ob die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich liegt. Gerade im Bad und im Schlafzimmer hilft das, rechtzeitig zu lüften.
Heizkörper: 3 Tipps, die fast nichts kosten
8. Heizkörper frei halten. Ein Sofa direkt davor, ein bodenlanger Vorhang oder eine Verkleidung halten die Wärme fest, statt sie in den Raum zu lassen. Schon ein paar Zentimeter Abstand machen einen spürbaren Unterschied.
9. Heizkörper entlüften. Wenn es gluckert oder der Heizkörper oben kalt bleibt, ist Luft im System, und die Heizung arbeitet mehr als nötig. Mit einem Entlüftungsschlüssel kannst du das in wenigen Minuten selbst erledigen: Heizung aufdrehen, Ventil vorsichtig öffnen, ein Tuch darunter halten, schließen, sobald Wasser kommt.
10. Nischen an Außenwänden dämmen. Sitzt der Heizkörper an einer dünnen Außenwand, geht ein Teil der Wärme direkt nach draußen. Eine Dämmplatte mit Reflexionsschicht hinter dem Heizkörper hilft, die Wärme in den Raum zu lenken.
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Fenster und Türen: 3 Tipps gegen Zugluft
11. Rollläden und Vorhänge nachts schließen. Laut Verbraucherzentrale sinkt der Wärmeverlust über die Fenster mit geschlossenen Rollläden um mehr als 20 Prozent. Wer keine Rollläden hat, nimmt dicke Vorhänge und zieht sie abends zu.
12. Zugluft aufspüren und stoppen. Halte an einem windigen Tag ein dünnes Taschentuch an Fensterrahmen und Türritzen. Bewegt es sich, zieht es. Selbstklebendes Dichtband für Fenster und ein Zugluftstopper vor der Tür helfen sofort.
13. Türen zu kühleren Räumen schließen. Sonst zieht die warme Luft aus dem Wohnzimmer ins kühlere Schlafzimmer oder in den Flur, und das Wohnzimmer muss ständig nachheizen.
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Warm bleiben ohne mehr zu heizen: 2 Tipps
14. Die Wärme dahin bringen, wo du sitzt. Wer abends auf dem Sofa friert, muss nicht die ganze Wohnung aufheizen. Eine Heizdecke wärmt gezielt eine Person und braucht dabei nur einen Bruchteil des Stroms eines Heizlüfters. Wie viel genau, habe ich im Heizdecken-Artikel nachgerechnet.
15. Warm anziehen, von unten angefangen. Kalte Füße lassen den ganzen Körper frieren. Hausschuhe mit fester Sohle oder dicke Wollsocken, dazu ein Tee, und 20 Grad fühlen sich gleich viel wärmer an.
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Die größte Stellschraube bei den Heizkosten ist nicht der Thermostat, sondern der Tarif. Wer seit Jahren beim selben Versorger ist, zahlt oft zu viel. Vergleichen dauert zehn Minuten.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, die Heizung tagsüber ganz auszumachen?
Meist nicht. Kühlen Räume stark aus, braucht das Aufheizen viel Energie, und die Wände werden kalt. Besser ist es, die Temperatur moderat abzusenken, aber nicht unter 16 Grad.
Wie oft sollte ich im Winter lüften?
Mehrmals am Tag für etwa fünf Minuten mit weit geöffnetem Fenster, vor allem morgens, nach dem Kochen und nach dem Duschen.
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Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale. Stand: September 2026.

